OWG | Otfried-von-Weißenburg-Gymnasium Dahn

7. Klasse Lörrach

Schullandheimaufenthalt in Lörrach Oktober 2006

Wie immer waren auch 2006 alle Siebener des OWG in der Jugendherberge Lörrach zu Gast; und allen, die schon einmal dort gehaust haben, schießen jetzt wohl die haarsträubendsten Erinnerungen durch den Kopf, positive wie negative. Eben diese sollen zurückdenken, die noch nicht dort waren, erhalten einen kleinen Vorgeschmack

Montag:
Ob mit Freude oder Unbehagen verabschiedeten sich alle von zu Hause, Eltern, Verwandten und Haustieren, als die beiden Busse morgens voll beladen mit Taschen, Koffern, einer aufgeregten Horde Siebener und den Lehrern Frau Gelhorn, Frau Munzinger, Frau Tomsitz, Herr Zogrotzky und Herr Waechter (die Busfahrer nicht zu vergessen) ihrem noch fernen Ziel Lörrach entgegenrollten. Mit einigen Pausen überstanden wir die Fahrt bis zum nachmittäglichen Zwischenstopp in Freiburg, wo wir in kleinen Gruppen ein Stadtquiz lösen sollten (was aber fast keiner geschafft hat) und hinterher ein bisschen shoppen gingen. Danach kletterten wir wieder in die Busse und kamen pünktlich zum Abendessen in der Jugendherberge Lörrach an. Jede Klasse hatte ihren eigenen Essens- und Gemeinschaftsraum. Nach dem Essen wurden wir samt Gepäck in unsere Zimmer verfrachtet; zum Erstaunen vieler war die Jugendherberge in Bereiche unterteilt, die die Namen der Bundesländer Deutschlands trugen. Die Herren der Schöpfung waren natürlich meistens sauer, wenn sie nicht in den Bundesländern ihrer Lieblings-Fußballvereine waren, wurden aber durch einen Platz und eine Wiese mit Toren entschädigt.
Es gab 2er-, 3er- und 4er- Zimmer, die fast alle eine eigene Toilette, Dusche und Waschbecken hatten. Wer mit wem ins Zimmer kam, war schon lange vorher in Dahn festgelegt worden. Nachdem die Betten bezogen und die Taschen ausgepackt waren, durften wir uns „einleben“, also Freizeit! Daneben gab es jeden Abend einen beaufsichtigten Spielraum und Meditation.

Dienstag:
Am Dienstag wurden wir in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe fuhr in den Schwarzwald, die andere nach Basel. Die Basel-Gruppe verließ den Bus am Zoll und fuhr mit der Straßenbahn in den Basler Zoo. Leider hatten wir nur eine Stunde Zeit, was viel zu wenig war für einen so großen Zoo, zudem regnete es und keinem machte das Herumlaufen unterm Regenschirm so richtig Spaß. Allerdings durften wir danach eine Stunde shoppen (der Traum aller Mädchen) und alleine herumlaufen oder das Basler Münster besichtigen. Anschließend gingen wir ins Papiermuseum, wo wir selbst an alten Druckmaschinen drucken, unsere Namen schreiben und Papier schöpfen konnten, natürlich unter Anleitung. Schließlich fuhren wir bei strömendem Regen in einem kleinen Boot über den Rhein, mit Straßenbahn und Bus nach Lörrach zurück.

Mittwoch:
Die Tagesziele der Gruppen wurden getauscht und die neue Schwarzwald-Gruppe fuhr einen steilen, gewundenen Weg (auf dem so manchem schlecht wurde) in ein winziges Dorf namens Aftersteg hinauf. Dort besichtigten wir ein Glasmuseum, die „Glashütte“, wo wir einem Glasbläser zuschauen konnten und nebenbei noch viel über das Glasbläserhandwerk lernten. Nach dem Vortrag konnten wir auch verschiedene Glaswaren anschauen oder kaufen (die aber total teuer waren).
Anschließend war eine Wanderung geplant, aber es regnete in Strömen, sodass wir mit Regenschirm bewaffnet nur ein kurzes Stück zum höchsten Wasserfall Deutschlands liefen. Wegen des schlechten Wetters hielten wir uns aber nicht lange auf, sondern fuhren bald mit dem Bus nach St. Blasien, wo wir uns in einer kurzen Pause frei bewegen und den Dom besichtigen konnten. Von dort aus ging es weiter zur Erdmannshöhle, einer Tropfsteinhöhle, wo wir bei einer Führung große, vom Wasser in den Fels gewaschene Räume, unterirdische Bäche und Seen, berühmte Stalaktiten und Stalagmiten mit den abstraktesten Formen und vieles mehr sehen konnten. Um uns zu stärken, hielten wir auf der Rückfahrt an einem Aldi und deckten uns mit neuen Vorräten von Getränken und vor allem Süßkrams ein. Abends wurde zum normalen freiwilligen Programm noch eine Nachtwanderung mit Gruselgeschichte angeboten.

Donnerstag:
Am Donnerstag war endlich wieder halbwegs schönes Wetter, als wir alle in den Bussen in die Innenstadt von Lörrach fuhren. Dort besuchten wir ein lehrreiches Museum, wo man nicht nur schauen, sondern auch anfassen und selbst erkunden und entdecken konnte. Punkt zwölf schloss das Museum und wir durften endlich das tun, was wir am liebsten schon die ganze Zeit getan hätten: Shoppen!

Schließlich hatten alle etwas gefunden und es ging unserem nächsten Ziel entgegen. Die Burgruine Rötteln war zwar im Prinzip für uns nichts Neues, weil wir im Wasgau genug Burgen haben, aber es hat allen gefallen, denn wir durften unabhängig herumlaufen, alles allein erkunden und nicht nur die Aussicht von den beiden hohen Türmen aus, sondern auch den strahlenden Sonnenschein genießen. Die meisten streckten sich über kurz oder lang auf einer Bank, einer Wiese oder auf einem Turm aus und nahmen ein faules Sonnenbad.
Das entschädigte die meisten für den Regen in den letzten zwei Tagen. Zurück in der Jugendherberge packten fast alle nach dem Essen schon mal ihre Taschen, denn am nächsten Morgen stand die Abreise an. Dann war die Premiere der besten Lörrach-Plakate, die jedes Zimmer bis Donnerstag hatte erstellen sollen. Darauf sollten wir kurz zusammenfassen, was wir gemacht haben und alles mit Bildern und Zeichnungen verschönern. Die Zimmer, die kein Plakat abgegeben hatten, mussten einen Aufsatz schreiben. Anschließend hatten wir noch ein bisschen Zeit bis zur Abschluss-Disco, wo sogar die Lehrer tanzten.

Freitag:
Am Freitagmorgen gab es noch ein letztes Mal Frühstück, dann wurden Gepäck,  Siebener-Horde und Lehrer in den Bussen verstaut und los ging’s in Richtung Heimat und Herbstferien. Der eine wird sich mehr, der andere weniger gefreut haben, die Eltern wiederzusehen!
Also ist der Lörrachaufenthalt 2006, abgesehen von ein paar Kleinigkeiten, weitgehend friedlich und schön verlaufen. Alle Organisatoren, vor allem die mitfahrenden Lehrer, haben sich bemüht, es allen Schülern recht zu machen, ihnen genug Freizeit zu lassen, aber auch immer Beschäftigung anzubieten. Den Schülern hat das Programm sicher gefallen, man konnte viel lernen und kann ja auch nicht nur Freizeit haben. Das Schönste waren allerdings doch die Abende, wo wir quatschen, Fußball spielen, Musik hören, lesen, lästern, Süßes essen, an zu Hause denken, streiten, uns vertragen, uns aussprechen und alles andere tun und lassen konnten, was wir wollten.

Anne Keller, 7a

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